Die Glasfassade: Geschichte, Gestaltung und Konstruktion

Glasfassade
Eine Glasfassade ist typisch für die moderne Architektur © Rainer Sturm - pixelio.de

Die Gestaltung der Außenwände eines Gebäudes ist schon seit vielen Jahrtausenden ein wichtiger Bereich der Architektur. Schon seit der Antike wird jene Seite eines Gebäudes, die einer Straße oder einem Platz zugewandt ist, aufwendiger dekoriert als die anderen Seiten. Der Begriff „Fassade“ ist jedoch nicht einheitlich definiert und kann sich sowohl auf die Konstruktionsweise, die Gestaltungsart oder das Material – wie dies bei der Glasfassade der Fall ist – beziehen. Neben Glasfassaden gibt es Fassaden aus Holz, Naturstein oder Putz.

Konstruktionsmöglichkeiten von Glasfassaden

Glasfassaden werden häufig mittels der Pfosten-Riegel Bautechnik konstruiert. Die einzelnen Glasscheiben werden zwischen Pfosten und Riegeln aus Holz, Stahl oder Aluminium befestigt, die nach außen hin sichtbar sind. Dadurch lassen sich filigrane Fassaden aus Glas herstellen.

Eine andere mögliche Konstruktionsweise ist das sogenannte Structural Glazing, bei dem die Glasscheiben miteinander verklebt werden. Ähnlich wie beim Fliesenlegen werden die Fugen mit einer speziellen Fugenmasse abgedichtet. Dadurch macht die Glasfassade einen halterlosen Eindruck.

Des Weiteren sind Vorhangfassaden im Glasbau weit verbreitet. Dabei werden die großflächigen Glasscheiben mittels einer speziellen Unterkonstruktion am Rohbau verankert und ersetzen somit die Außenwände. Glas ist nur bedingt dazu geeignet, schwere Lasten zu tragen. Diese Variante hat deshalb den Vorteil, dass die Glasflächen nur ihr eigenes Gewicht tragen müssen und keine statische Funktion erfüllen.

Glasfassaden in der modernen Architektur

Die Vertreter des Bauhaus-Stils gehörten zu den ersten Architekten, die mit Glasfassaden arbeiteten. Heute sind sie aus dem modernen Städtebau nicht mehr wegzudenken. Sie werden in erster Linie an Hochhäusern und Wolkenkratzern angebracht. Dadurch wirken die imposanten Gebäude nicht mehr so klobig wie ihre Vorgänger aus Beton.
Glasfassaden haben außerdem den Vorteil, dass sie einen Raum ausgezeichnet erhellen und dadurch zu einer Reduktion des Energieverbrauchs beitragen. Dieser Effekt wird noch verstärkt, wenn die Fassaden aus Isolier– oder Wärmeschutzglas hergestellt werden.

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