Floatglas: kristallklares Glas für Fenster und Spiegel

Als Floatglas wird sehr reines Flachglas bezeichnet, das im so genannten Floatverfahren gefertigt wurde. Verwendet wird diese hochwertige Form von Flachglas besonders für Fenster (zum Beispiel Mehrscheiben-Isolierglas) , Schaufenster, Fassaden und Möbel. Aufgrund seiner besonders glatten Oberfläche kommt Floatglas oft auch bei der Herstellung von Spiegeln zum Einsatz.

Geschichte der Floatglasproduktion

Henry Bessemer hatte bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts den Einfall, flüssiges Glas über Zinn zu leiten. 1902 erhielt William E. Heal erstmals ein Patent für die einzigartige Herstellungsart von Floatglas. Allerdings wurde dieses nie kommerziell genutzt. Erst nachdem Sir Alastair Pilkington das Verfahren weiterentwickelte und 1959 der Öffentlichkeit vorstellte, begann die industrielle Produktion durch die Firma Pilkington Brothers in Großbritannien. Die Firma vergab in der folgenden Zeit eine Vielzahl von Lizenzen an andere Hersteller von Flachglas.
Heute kommt ein Großteil des genutzten Flachglases aus Floatglasanlagen. Aufgrund des geringen Preises stellt es heute ein großflächig einsetzbares Baumaterial in der Architektur dar.

Floatglasproduktion am laufenden Band

Die Produktion von Floatglas ist ein endlos-ablaufender Prozess. Die Glasschmelze wird in einem ersten Schritt auf 1100 Grad Celsius gebracht und erhält so eine teigig-flüssige Konsistenz. In diesem Zustand wird sie fortlaufend in ein Bad aus flüssigem Zinn geleitet. Hier breitet sich das flüssige Glas, ähnlich wie ein Ölfilm, gleichmäßig aus. Durch die hohe Oberflächenspannung von Zinn und Glas werden die Oberflächen dieser Glasart besonders glatt. Am Ende des Zinnbades wird das feste Glas, das hier noch 600 Grad Celsius warm ist, aus dem Bad gezogen und in einen Kühlofen geleitet. Beim Durchlaufen des Ofens wird das Glas heruntergekühlt und im Anschluss einer Qualitätskontrolle unterzogen. Zum Schluss wird das Floatglas geschnitten. Die Viskosität und die Ziehgeschwindigkeit während des Herstellungsprozesses bestimmen letztendlich die Stärke des Glases. Diese reicht von 0,4 Millimetern bis hin zu 25 Millimetern.

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