Glasereireport: Insolvenz- und Forderungsausfallquote

Die statistischen Ergebnisse sind eindeutig: Die Anzahl der Insolvenzen bei Glaserei-Betrieben steigt weiter an. Im Jahr 2008 erhöhte sich die Rate um 50% gegenüber dem Vorjahr. Noch 2007 war die Zahl deutlich zurückgegangen.

Die Insolvenzquote der Glasbau-Branche

Dennoch liegt die Insolvenzquote derzeit bei 0,5% bezogen auf die gesamte Branche. Damit agiert sie noch unterhalb derer anderer Handwerkszweige, wie beispielsweise Maler (0,8%), Dachdecker (1,9%) oder das Hoch- und Tiefbaugewerbe (1,8%). Die Zahlen zeigen, dass der Anreiz trotzdem noch gegeben ist, auf dem Markt zu drängen, selbst wenn die Erfolgschancen vergleichsweise gering sind.

Aber der Interpretationsspielraum dieser Statistik ist groß. Sie spiegelt nämlich keineswegs die Anzahl der Unternehmen wieder, die ihr Geschäft aufgeben. Eine Glaserei, die als Einzelbetrieb geführt wird, kann sich auch aus dem Markt zurückziehen, ohne Insolvenz anmelden zu müssen.

Auch lassen sich keine Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Lage der Glaserei-Branche ziehen. Eine niedrige Insolvenzrate bedeutet nicht, dass es den Unternehmen gut geht. Eine Glaserei kann aufgrund des niedrigen Personalbedarfs auch längere Zeit mit geringen Einnahmen existieren, ohne Pleite zu gehen.

Die Forderungsausfallquote der Glaserei und ihre Bedeutung

Ein sehr großes Risiko für eine Glaserei stellt der Forderungsausfall dar. Dieser wird dadurch definiert, dass der Kunde nicht in der Lage ist, nach vollbrachter Arbeitsleistung das vereinbarte Entgelt zu bezahlen.

Nach Durchführung einer Branchenanalyse bezeichnet das Wirtschaftsauskunftsunternehmen Creditreform dieses Risiko für eine Glaserei als „mittel“. Die Forderungsausfallwahrscheinlichkeit der Branche beträgt 1,7% und ist im Vergleich zum Baugewerbe mit 2,9% sehr gering.

Der Forderungsausfall der Kunden hat auch Einfluss auf die Zahlungsmoral der Glasereibetriebe gegenüber den Kreditgebern. Statistisch gesehen ist die Auswahlwahrscheinlichkeit regional unterschiedlich. Betriebe in Sachsen-Anhalt haben durchschnittlich eine schlechtere Zahlungsmoral als Glasereien in Baden-Württemberg oder Bayern.

Diese Kennzahlen haben natürlich auch Einfluss auf das Keditvergabeverhalten der Banken. Eine Glaserei in Mecklenburg-Vorpommern bekommt beispielsweise aufgrund dieses Rankings tendenziell einen günstigeren Kredit, als eine Glaserei in Nordrhein-Westfalen.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Glasbaubranche, verglichen mit dem restlichen Baugewerbe, auf einem besseren Fundament steht. Tendenziell kann für die Folgejahre eine Verbesserung der Rahmenbedingungen abgeleitet werden. Abzuwarten bleiben die Auswirkungen der neuen Energieeinsparverordnung oder des CO2-Gebäudesanierungsprogramms. Mehr zum Thema Insolvenzen und Begriffsdefinitionen finden Sie auf mein-wirtschaftslexikon.de.

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