Glaswolle: Dämmstoff aus Altglas

 

Glaswolle
Glaswolle ist ein unverzichtbarer Baustoff © Claudia19 – pixelio.de

Glaswolle ist ein nicht-brennbarer Dämmstoff mit hoher Wirksamkeit, der in Wänden von Häusern verbaut werden kann (der Dämmeffekt wird durch den Einsatz von Isolierglas noch verstärkt). Gemeinsam mit der Steinwolle gehört sie zur Familie der Mineralwolle. Beide können im Wohnungsbau vom Keller bis zum Dach eingesetzt werden. Auch die Dämmung von Industrieanlagen ist ein häufiger Einsatzort für Glaswolle. Allerdings hat sich herausgestellt, dass das Schmelzen von Glaswolle im Brandfall erheblichen Einfluss auf die Tragfähigkeit von Wänden in einem Gebäude haben kann. Deshalb wurde in letzter Zeit für die Dämmung häufiger Steinwolle als Dämmstoff verwendet, um den europäischen Standards im Brandschutz gerecht zu werden.

Herstellung von Glaswolle

Glaswolle besteht zu 70 Prozent aus Altglas. Weitere Bestandteile der Wollfasern aus Glas sind Sand, Kalkstein und Soda. Dazu kommen noch geringe Mengen Bindemittel und Mineralöl. Aus diesen Stoffen entsteht eine Glasschmelze, die durch ein kreisrundes Sieb zu Fasern geschleudert wird. Alternativ kann die Schmelze auch durch Hochdruckbrenner zerfasert oder über schnell rotierende Walzen geführt werden. Im Anschluss läuft das entstandene Glaswolle-Vlies über ein Kettenband durch einen Ofen, der es aushärtet. Nun zeichnet sich die Fasermatte durch ihre Unempfindlichkeit gegen Schimmel und Ungeziefer aus.

Glaswolle: Gefahr für die Gesundheit?

Bei Kontakt mit der Haut löst Glaswolle meist Juckreiz aus. Bei Menschen mit sensibler Haut können sogar Schwellungen und andere Reizreaktionen auftreten. Außerdem ist Glaswolle als möglicherweise krebserregend eingestuft worden. Dies konnte bisher jedoch nur anhand von Tierversuchen belegt werden. Deshalb darf Glaswolle heute nur noch in den Verkehr gebracht werden, wenn sie bestimmten Kriterien entspricht. Unter anderem muss sie eine hohe Biolöslichkeit haben, was bedeutet, dass die Fasern 40 Tage als Halbwertzeit innerhalb des menschlichen Organismus nicht überschreiten dürfen.
In vielen Altbauten ist Glaswolle verbaut worden, die diesen neuen Anforderungen noch nicht genügt. Bei Sanierungen oder Umbauten empfiehlt es sich deshalb einen Fachmann, zum Beispiel einen Glaser, um Rat zu bitten. In jedem Fall sollten beim Umgang mit Glaswolle jedoch stets Handschuhe und langärmelige Kleidung getragen werden, um sich vor den feinen Fasern und dem Staub zu schützen.

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