Kristallglas: Eine edle Glasart

Kristallglas
Kristallglas wird häufig zu Trinkgläsern weiterverarbeitet © qay - pixelio.de

Unter Kristallglas versteht man ein sehr hochwertiges, farbloses Glas. Der Name leitet sich vom reinen Quarz ab, das für die Herstellung verwendet wird: Reines Quarz wird auch als Bergkristall bezeichnet. Zusätzlich werden bei der Herstellung Metalloxide hinzugefügt. Kristallglas wird auch als Hartglas oder Spiegelglas bezeichnet. Wird bei der Herstellung Bleioxid hinzugefügt, lautet die korrekte Bezeichnung Flintglas. Auch Strass ist eine Kristallglas-Art. Irrtümlich wird manchmal auch die Bezeichnung Kronglas verwendet.

Kristallglas: Herkunft und Zusammensetzung

Das erste kristallklare Glas wurde schon im 15. Jahrhundert in Italien hergestellt. Danach verwendete man die Bezeichnung Kristallglas für jedes farblose Glas, das erstens über eine hohe Lichtbrechung verfügte und zweitens dick genug war, um es ohne Transparenzverlust schleifen zu können.
Um eine bessere Schleiffähigkeit zu erzielen, verwendete man in England erstmals Blei bei der Glasherstellung. In Böhmen hingegen verwendete man nicht teures Blei, sondern Kreide, um das Glas noch besser schleifen zu können.

Nicht jedes klare Glas darf heute Kristallglas genannt werden. Es muss entweder Bleioxid, Bariumoxid, Kaliumoxid oder Zinkoxid enthalten. Es ist gesetzlich geregelt, welchen Anteil die Oxide einnehmen müssen und wie hoch die Dichte des Glases sein muss. Das Glas muss des Weiteren frei sein von Bläschen, die durch eingeschlossene Luft oder durch Staub entstehen. Außerdem muss die Lichtbrechung ähnlich hoch sein wie bei einem echten Kristall. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kauft Kristallglas aus der Manufaktur direkt vor Ort.

Anwendungsmöglichkeiten von Kristallglas

Kristallglas, das ohne oder mit nur wenig Blei hergestellt wird, wird häufig zu dekorativen Gebrauchsgegenständen verarbeitet, wie zum Beispiel zu Vasen oder zu Trinkgläsern. Besonders ein edler tropfen Wein kann sehr stilvoll aus einem Kristallglas genossen werden. Das hochwertigere und teurere Bleiglas kommt hingegen oft in der Medizin zum Einsatz, zum Beispiel in der Augenoptik oder in der Radiologie. Auch in der Wissenschaft wird häufig mit Bleikristallglas gearbeitet, insbesondere in der Kern- und Teilchenphysik.

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