VSG-Glas: geschichtliche Fakten zur Entwicklung

vsg Glas im Treppenbau
vsg Glas im Treppenbau © by Rainer Sturm - pixelio.de

VSG-Glas (oder Verbundsicherheitsglas) besteht, wie der Name schon sagt, aus mehreren Flachglas- bzw. Floatglasplatten, die zusammengefügt und laminiert werden. Dass heute in vielen Bereichen von den Eigenschaften des VSG-Glases profitiert werden kann, ist einem Zufall zu verdanken. 1903 fiel dem französischen Chemiker Edouard Benedictus in seinem Labor eine Flasche von einem Regal. Erstaunlicherweise zerbrach sie nicht. Kurz darauf erlebte der Wissenschaftler einen Autounfall mit, bei dem sich eine Frau an einem Splitter der Autoscheibe die Halsschlagader verletzte. Benedictus erinnerte sich an den Vorfall mit der Flasche, untersuchte sie und stellte fest, dass sie Nitrocellulose beinhaltet hatte. Bei der Verdunstung hatte diese Substanz einen haftenden Film an der Glaswand erzeugt. Dadurch wurde die Flasche beim Aufprall zusammengehalten.

VSG-Glas – Alleskönner in Sachen Sicherheit

Auch heute besteht VSG-Glas noch aus Glasplatten, die von einer Kunststoffschicht zusammengeklebt werden. So können die Splitter beim Zerbrechen an der Klebeschicht hängen bleiben. VSG-Glas wird heute für die Verglasung von Fahrzeugen benutzt. Aber auch die Weiterverarbeitung zu Isolierglas, Wärmefunktionsglas oder Schallschutzverglasungen z.B. in Fassaden ist üblich. Besonders im Objekt- und Personenschutz leistet das Glas mit Schutzfunktion hervorragende Dienste. So kann die Zahl der Scheiben erhöht werden oder verschiedenartige Kunststofffolien zum Einsatz kommen. Auch die Integration von Warnsystemen und die Kopplung mit Alarmsystemen dienen der weiteren Abschreckung von Einbrechern. Schutz kann aber nicht nur aus dem Abhalten von Eindringlingen bestehen. Immer öfter kommt VSG-Glas auch bei modernen Gebäudelösungen in Form von Brüstungen, Treppenverkleidungen und als Dachverkleidung zum Einsatz.
Die Weiterverarbeitung von VSG-Glas, das aus mehr als den üblichen zwei Schichten besteht, kann nicht mehr mit dem Glasschneider bestritten werden. Hier muss der Fachmann eine Säge zur Hand nehmen, um die fachgerechte Weiterverarbeitung durchzuführen.

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